Chronik

Als sich im Jahre 1921 fünf junge Männer aus Auingen zusammentaten um unter der Leitung von Wilhelm Eisenmann den Posaunenchor Auingen zu begründen, befand man sich unmittelbar in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges. Die Spuren des Kriegs waren noch überall zu sehen. Teuerung, allgemeine Not und Arbeitslosigkeit waren die Zeichen der Zeit. Währenddessen wirkte ein Mann im Vorlager, welcher sich schon in den Jahren zuvor im damaligen Soldatenheim, der heutigen „Waldrast“ um die Betreuung der Wehrmachtsan- gehörigen gekümmert hatte - Wilhelm Eisenmann.
Er gründete 1920 im Vorlager einen Jünglingsverein, welcher sich bald großer Beliebtheit erfreute. Wilhelm Eisenmann, von Beruf Diakon, war am Johanneum im Barmen ausgebildet worden. Auf dem Programm des Jünglingsvereins standen unte1921-1928r anderem regelmäßige Bibelarbeit, Gesang, Turnen, Theater, Ausflüge, Weihnachtsfeiern usw. Paul Hermann, ein Gründungsmitglied, erinnerte sich 1986 aus Anlass des 65-jährigen Jubiläums, gut an die Begeisterung, mit welcher sie dabei waren, als Wilhelm Eisenmann den Vorschlag unterbreitete, einen Posaunenchor zu gründen. Der Chor bestand zunächst aus fünf Gründungsmitgliedern. Es waren: Paul Hermann, Karl Hermann, Hans Benz, Johannes Ruopp und Georg Manz. Kurze Zeit später kamen Heinrich und Christian Brändle sowie Wilhelm Rinker dazu.
Wilhelm Eisenmann 1921-1928
Die Beschaffung der Instrumente erfolgte aus eigener Tasche. Es wurde ein Modus vereinbart, nach welchem die Instrumente später in den Besitz des  Jünglingsvereins übergehen sollten. Auf Grund der raschen inflationären Entwicklung konnten die Darlehen vom Verein nicht mehr zurückbezahlt werden. Somit waren die Instrumente als gespendet zu betrachten. An Weihnachten 1920 erhielten die jungen Männer ihre Instrumente. Mehrmals in der Woche machten sie sich auf in das Vorlager zur Übungsstunde. Bereits am Karfreitag des Jahres 1921 hatten sie ihren ersten Auftritt im Gottesdienst. Der Chor wuchs stetig. Er war bald als feste Größe des Gemeindelebens bei den verschiedensten  Anlässen gefragt. Er wirkte mit bei Gottesdiensten und Beerdigungen, brachte hier und da ein Ständchen und war auch bei anderen Anlässen kultureller Art dabei. Selbst bei Hochzeiten spielte die junge Musikgruppe auf. Einer der Höhepunkte des noch jungen Chores war zweifellos sein Mitwirken beim Landespfingstlager des Württembergischen Jungmännerbundes auf der Gänsewag, im ehemaligen Truppenübungsplatz, wo der Chor vor über 7.000 Zuhörern  auftrat. Anfangs der 30er Jahre gab es in Auingen einen Musikverein, zu welchem  lose Kontakte bestanden. Mit der Entwicklung der frühen 30er Jahre ging der Chor schweren Zeiten entgegen.
Von links: Karl Hermann, Paul Hermann, Johannes Ruopp, Hans Benz, Georg Manz Hinten: Wilhelm Eisenmann  
Die politische Entwicklung, welche mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, machte dem Chor schwer zu schaffen. Die Mitglieder des Chores sahen sich handfesten Abwerbungsversuchen ausgesetzt. Der Chor, welcher bis dahin auch bei nationalen Anlässen gespielt hatte, wurde nun plötzlich von den damaligen „Machthabern“ abgelehnt. Unter seinem damaligen Chorleiter Hans Benz bekannte sich der Chor zu der Linie des Landesbischofs Wurm. Dieser wurde kurze Zeit später von den Nationalsozialisten abgesetzt, weil er nicht in  weil er nicht in das politische Klima passte. Selbst die Fahne des Jünglingsvereins mit dem Eichenkreuzemblem wurde verboten. 1941 wurden die meisten Bläser zum Militär eingezogen. Das hatte zur Folge, dass der Chorbetrieb eingestellt werden musste. Wie so viele, kehrten einige der Chormitglieder nicht mehr aus dem Krieg zurück.
Posaunenchor Auingen Ende der 20er Jahre
Hans Benz 1928-1967
Auf Bläserwochenenden, die immer im November im elterlichen Haus von Hilde Heß in Schwarzen- berg im Schwarzwald stattfanden, wurde sehr eifrig für die Adventskonzerte geprobt. Mit dem Ziel die Gemeinschaft unter den Bläsern zu fördern und die Attraktivität des Posaunenchores zu erhöhen, wurden seit 1975 Skiausfahrten für Bläser angeboten – inzwischen ein fester Bestandteil im Terminkalender des Posaunenchors. Mit seinem Bruder Paul-Gerhard gelang es Arnold Brändle, einen Ausbilder für die Jungbläser zu gewinnen, damit der Jungbläser-Nachwuchs regelmäßig ausgebildet werden konnte. 1979 übergab Arnold Brändle die  Chor- leitung an Ludwig Hess. Nach einer nur sehr kurzen Amtszeit, gab Ludwig Heß die Chorleitung 1980 an Gerhard Brändle ab.
Arnold Brändle 1967-1980
Einzigartig blieb jedoch der Besuch 1989 in Masserberg in Thüringen, der Partnergemeinde der Ev. Kirchengemeinde in Auingen. 15 Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors begleiteten Pfarrer Williamson, 80-jähriges Jubiläum des Posaunenchors Auingen 1971 trotz Schikanen des damaligen DDR-Regimes, nach Masserberg. Die Gestaltung der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages, führte im Laufe der 80er Jahre auch zu einer kontroversen Diskussion innerhalb des Posaunenchores, was zur Folge hatte, dass diese Feier nicht Posaunenchor mitgestaltet wurde. Ebenso wie sein Bruder Arnold verstand es auch Gerhard Brändle, das Freizeitangebot zur Förderung der Bläser- gemeinschaft zu steigern – Winter-Nacht-Wanderung nach Mehrstetten, Bläserfreizeiten auf dem St. Georgenhof, um nur Beispiele zu nennen kamen hinzu.A uch die Einführung des Weihnachtsbaumverkaufs in den Wochen vor Weihnachten durch den Posaunenchor, hat dazu beigetragen, dass der Posaunenchor inzwischen zu einer festen Größe im Gemeindeleben in Auingen geworden ist. Im Jahre 1996 übergibt Gerhard Brändle die Chorleitung wieder an Ludwig Hess. Mit dem Wechsel der Chorleitung vollzog sich auch eine Änderung in der Organisation des Chores.
Der erste Auftritt nach dem Krieg mit einer Bläsergruppe von drei Mann, fand bei der Hochzeit von Ludwig Heß statt, mit welchem die Gruppe wieder ihren vierten Bläser gefunden hatte. Der Kreis um das Quartett Hans Benz, Karl Heß, Gottlieb Eckhardt und Ludwig Heß wuchs wieder langsam auf durchschnittlich acht bis zwölf Bläser an. Die Übungsstunden fanden im Haus des Chorleiters Hans Benz statt. Später probte der Chor in der Schreinerwerkstatt von Karl Heß oder in der Sattlerwerkstatt von Ludwig Heß, bis 1965 nach der Fertigstellung des Gemeindehauses ein schöner Übungsraum zur Verfügung stand. Im Juni 1946 nahm der Chor am denkwürdigen Ereignis des ersten Landesposaunentages in Ulm teil. Besonders eindrücklich waren die Predigt des damaligen Landesbischofs Wurm, der darin an die Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“, die Geschwister Scholl erinnerte, sowie das Vespern im Münster, weil kein anderer Raum vorhanden war (Ulm lag noch in Schutt und Asche). Ausflüge waren schon damals ein wichtiger Programmpunkt, ob „einspännig“ zum Bezirksposaunentag, oder zu Fuß nach Untermarchtal. Weitere Höhepunkte in der Chorgeschichte waren die Einweihung der Auinger Kirche im Jahre 1957, sowie der Bezirksposaunentag im Jahre 1959 in Auingen.
1971 fand anlässlich des 50-jährigen Jubiläums wieder ein Bezirksposaunentag in Auingen statt. Im Jahre 1967 übergab der langjährige Chorleiter Hans Benz aus Alters- und Gesundheitsgründen die Chorleitung an Arnold Brändle. Gerade 18-jährig musste er die Chorleitung, in einer für den Posaunenchor sehr schwierigen Zeit, übernehmen. Bis Mitte der 70er Jahre existierte in Auingen eine Jugendkapelle als direkte Konkurrenz zum Posaunenchor, was es für den Chor zudem erschwerte, Jugendliche für das Blasen zu begeistern. Aufgrund eines sich vollziehenden Generations- wechsels, viele ältere Bläser beendeten ihre Bläserkarriere und Nachwuchs war Mangelware, waren auch Rückschläge nicht unausweichlich, die einmal fast bis zur Auflösung des Chores geführt haben. Um mehr Interesse der Bevölkerung am Posaunenchor zu wecken, wurde das Adventskonzert, eine bis heute währende Tradition, Ende der 70-er Jahre eingeführt.
Posaunenchor Auingen in den 50er Jahren
Posaunenchor Auingen 1971
Die Chorarbeit musste trotz schwieriger Zeiten mit allen Mitteln weitergeführt werden. Die Jungbläserarbeit wurde forciert und so konnte ein stetiges Anwachsen des Chores gewährleistet werden. Musikalische Höhepunkte, wie das Adventskonzert, wurden mit gesellschaftlichen Ereignissen, wie z.B. der musikalischen Umrahmung bei der Aufstellung des Maibaums sowie z.B. der musikalischen Umrahmung bei der Aufstellung des Maibaums sowie die Mitwirkung beim Dorfhock zur Regel gemacht.
Gerhard Brändle 1980-1996
Ludwig Hess 1979-1980, 1996-heute
Bisher war es üblich, dass der Chorleiter nicht nur die musikalische Leitung, sondern auch organisatorische Funktionen zu erfüllen hatte. Um den Chorleiter von diesen vielfältigen Aufgaben zu entlasten, wurde ein 6-köpfiges Gremium gewählt und somit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt. Nachdem inzwischen innerhalb der Literatur für Posaunenchöre sehr moderne Liedsätze in Rock- und Swing-Arrangements Einzug gehalten haben, versucht Ludwig Hess diese für Posaunenchöre bis dahin unbekannten Rhythmen in seine Probenarbeit und ins Repertoire des Posaunenchors aufzunehmen. 1998 war Premiere der Serenade im Schulhof der Auinger Hardtschule – was mit großer Begeisterung von der Bevölkerung aufgenommen wurde, nachdem die Klänge des Posaunenchors inzwischen auch mit neuen Rhythmen bereichert wurden.
Eine Swing-Gruppe, die sich im 14-tägigen Rhythmus zum Blasen trifft und aus Mitgliedern des Posaunenchors besteht, wurde 1998 gegründet. Anlässlich des Wechsels ins Jahr 2000 findet am Silvesterabend 1999 erstmalig ein so genanntes Milleniums-Blasen statt, bei dem alle Posaunenchöre in Deutschland zur gleichen Zeit dieselben Lieder blasen. Diese als einmalig zum Jahreswechsel geplante Aktion, wurde inzwischen von vielen Chören, auch dem Posaunenchor Auingen, zur Tradition auserkoren und hat im Terminplan eines jeden Jahres einen festen Platz. Auch nach einigen schwierigen Zeiten im Laufe der 80 Jahre ist es nun um so erfreulicher, dass der Chor heute mit vielen Bläserinnen und Bläsern, viel Jungbläser-Nachwuchs und hohem musikalischem Niveau, zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. Aus dem Gemeindeleben ist der Posaunenchor nicht mehr wegzudenken. Außer der Gestaltung von Gottes- diensten, und dem Spielen bei Trauerfeiern auf dem Friedhof, sowie zu allen möglichen Anlässen und Festen, ist das Kurrende-Blasen am Ostermorgen ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens. Freude an der Musik und an „geselligem Beisammensein“ werden in Auingen groß geschrieben.
75-jähriges Jubiläum 1996
Als sich im Jahre 1921 fünf junge Männer aus Auingen zusammentaten um unter der Leitung von Wilhelm Eisenmann den Posaunenchor Auingen zu begründen, befand man sich unmittelbar in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges. Die Spuren des Kriegs waren noch überall zu sehen. Teuerung, allgemeine Not und Arbeitslosigkeit waren die Zeichen der Zeit. Währenddessen wirkte ein Mann im Vorlager, welcher sich schon in den Jahren zuvor im damaligen Soldatenheim, der heutigen „Waldrast“ um die Betreuung der Wehrmachtsangehörigen gekümmert hatte - Wilhelm Eisenmann
Er gründete 1920 im Vorlager einen Jünglingsverein, welcher sich bald großer Beliebtheit erfreute. Wilhelm Eisenmann, von Beruf Diakon, war am Johanneum im Barmen ausgebildet worden. Auf dem Programm des Jünglingsvereins standen unte1921-1928r anderem regelmäßige Bibelarbeit, Gesang, Turnen, Theater, Ausflüge, Weihnachtsfeiern usw. Paul Hermann, ein Gründungsmitglied, erinnerte sich 1986 aus Anlass des 65-jährigen Jubiläums, gut an die Begeisterung, mit welcher sie dabei waren, als Wilhelm Eisenmann den Vorschlag unterbreitete, einen Posaunenchor zu gründen. Der Chor bestand zunächst aus fünf Gründungsmitgliedern. Es waren: Paul Hermann, Karl Hermann, Hans Benz, Johannes Ruopp und Georg Manz. Kurze Zeit später kamen Heinrich und Christian Brändle sowie Wilhelm Rinker dazu.
Wilhelm Eisenmann 1921-1928
Die Beschaffung der Instrumente erfolgte aus eigener Tasche. Es wurde ein Modus vereinbart, nach welchem die Instrumente später in den Besitz des  Jünglingsvereins übergehen sollten. Auf Grund der raschen inflationären Entwicklung konnten die Darlehen vom Verein nicht mehr zurückbezahlt werden. Somit waren die Instrumente als gespendet zu betrachten. An Weihnachten 1920 erhielten die jungen Männer ihre Instrumente. Mehrmals in der Woche machten sie sich auf in das Vorlager zur Übungsstunde. Bereits am Karfreitag des Jahres 1921 hatten sie ihren ersten Auftritt im Gottesdienst. Der Chor wuchs stetig. Er war bald als feste Größe des Gemeindelebens bei den verschiedensten  Anlässen gefragt. Er wirkte mit bei Gottes- diensten und Beerdigungen, brachte hier und da ein Ständchen und war auch bei anderen Anlässen kultureller Art dabei. Selbst bei Hochzeiten spielte die junge Musikgruppe auf. Einer der Höhe- punkte des noch jungen Chores war zweifellos sein Mitwirken beim Landespfingstlager des Württembergischen Jungmännerbundes auf der Gänsewag, im ehemaligen Truppenübungsplatz, wo der Chor vor über 7.000 Zuhörern  auftrat. Anfangs der 30er Jahre gab es in Auingen einen Musikverein, zu welchem  lose Kontakte bestanden. Mit der Entwicklung der frühen 30er Jahre ging der Chor schweren Zeiten entgegen.
Von links: Karl Hermann, Paul Hermann, Johannes Ruopp, Hans Benz, Georg Manz Hinten: Wilhelm Eisenmann  
Die politische Entwicklung, welche mit der Machtergreifung der National- sozialisten ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, machte dem Chor schwer zu schaffen. Die Mitglieder des Chores sahen sich handfesten  Abwerbungs- versuchen ausgesetzt. Der Chor, welcher bis dahin auch bei nationalen Anlässen gespielt hatte, wurde nun plötzlich von den damaligen „Machthabern“ abgelehnt. Unter seinem damaligen Chorleiter Hans Benz bekannte sich der Chor zu der Linie des Landesbischofs Wurm. Dieser wurde kurze Zeit später von den Nationalsozialisten abgesetzt, weil er nicht in  weil er nicht in das politische Klima passte. Selbst die Fahne des Jünglingsvereins mit dem Eichenkreuzemblem wurde verboten. 1941 wurden die meisten Bläser zum Militär eingezogen. Das hatte zur Folge, dass der Chorbetrieb eingestellt werden musste. Wie so viele, kehrten einige der Chormitglieder nicht mehr aus dem Krieg zurück.
Posaunenchor Auingen Ende der 20er Jahre
Der erste Auftritt nach dem Krieg mit einer Bläsergruppe von drei Mann, fand bei der Hochzeit von Ludwig Heß statt, mit welchem die Gruppe wieder ihren vierten Bläser gefunden hatte. Der Kreis um das Quartett Hans Benz, Karl Heß, Gottlieb Eckhardt und Ludwig Heß wuchs wieder langsam auf durchschnittlich acht bis zwölf Bläser an. Die Übungsstunden fanden im Haus des Chorleiters Hans Benz statt. Später probte der Chor in der Schreinerwerkstatt von Karl Heß oder in der Sattlerwerkstatt von Ludwig Heß, bis 1965 nach der Fertigstellung des Gemeindehauses ein schöner Übungsraum zur Verfügung stand. Im Juni 1946 nahm der Chor am denkwürdigen Ereignis des ersten Landesposaunentages in Ulm teil. Besonders eindrücklich waren die Predigt des damaligen Landesbischofs Wurm, der darin an die Wider- standskämpfer der „Weißen Rose“, die Geschwister Scholl erinnerte, sowie das Vespern im Münster, weil kein anderer Raum vorhanden war (Ulm lag noch in Schutt und Asche). Ausflüge waren schon damals ein wichtiger Programmpunkt, ob „einspännig“ zum Bezirksposaunentag, oder zu Fuß nach Untermarchtal. Weitere Höhepunkte in der Chorgeschichte waren die Einweihung der Auinger Kirche im Jahre 1957, sowie der Bezirksposaunentag im Jahre 1959 in Auingen.
Posaunenchor Auingen in den 50er Jahren
1971 fand anlässlich des 50-jährigen Jubiläums wieder ein Bezirksposaunentag in Auingen statt. Im Jahre 1967 übergab der langjährige Chorleiter Hans Benz aus Alters- und Gesundheits- gründen die Chorleitung an Arnold Brändle. Gerade 18-jährig musste er die Chorleitung, in einer für den Posaunenchor sehr schwierigen Zeit, übernehmen. Bis Mitte der 70er Jahre existierte in Auingen eine Jugendkapelle als direkte Konkurrenz zum Posaunenchor, was es für den Chor zudem erschwerte, Jugendliche für das Blasen zu begeistern. Aufgrund eines sich vollziehenden Generationswechsels, viele ältere Bläser beendeten ihre Bläserkarriere und Nachwuchs war Mangelware, waren auch Rückschläge nicht unausweichlich, die einmal fast bis zur Auflösung des Chores geführt haben. Um mehr Interesse der Bevölkerung am Posaunenchor zu wecken, wurde das Adventskonzert, eine bis heute währende Tradition, Ende der 70-er Jahre eingeführt.
Hans Benz 1928-1967
Posaunenchor Auingen 1971
Auf Bläserwochenenden, die immer im November im elterlichen Haus von Hilde Heß in Schwarzen- berg im Schwarzwald stattfanden, wurde sehr eifrig für die Adventskonzerte geprobt. Mit dem Ziel die Gemeinschaft unter den Bläsern zu fördern und die Attraktivität des Posaunenchores zu erhöhen, wurden seit 1975 Skiausfahrten für Bläser angeboten – inzwischen ein fester Bestandteil im Terminkalender des Posaunenchors. Mit seinem Bruder Paul-Gerhard gelang es Arnold Brändle, einen Ausbilder für die Jungbläser zu gewinnen, damit der Jungbläser- Nachwuchs regelmäßig ausgebildet werden konnte. 1979 übergab Arnold Brändle die  Chor- leitung an Ludwig Hess. Nach einer nur sehr kurzen Amtszeit, gab Ludwig Heß die Chorleitung 1980 an Gerhard Brändle ab.
Die Chorarbeit musste trotz schwieriger Zeiten mit allen Mitteln weitergeführt werden. Die Jungbläserarbeit wurde forciert und so konnte ein stetiges Anwachsen des Chores gewährleistet werden. Musikalische Höhepunkte, wie das Adventskonzert, wurden mit gesellschaftlichen Ereignissen, wie z.B. der musikalischen Umrahmung bei der Aufstellung des Maibaums sowie z.B. der musikalischen Umrahmung bei der Aufstellung des Maibaums sowie die Mitwirkung beim Dorfhock zur Regel gemacht.
Arnold Brändle 1967-1980
Einzigartig blieb jedoch der Besuch 1989 in Masserberg in Thüringen, der Partnergemeinde der Ev. Kirchengemeinde in Auingen. 15 Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors be- gleiteten Pfarrer Williamson, 80-jähriges Jubiläum des Posaunenchors Auingen 1971 trotz Schikanen des damaligen DDR-Regimes, nach Masserberg. Die Gestaltung der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages, führte im Laufe der 80er Jahre auch zu einer kontroversen Diskussion innerhalb des Posaunenchores, was zur Folge hatte, dass diese Feier nicht Posaunenchor mitgestaltet wurde. Ebenso wie sein Bruder Arnold verstand es auch Gerhard Brändle, das Freizeitangebot zur Förderung der Bläsergemeinschaft zu steigern – Winter- Nacht-Wanderung nach Mehrstetten, Bläserfreizeiten auf dem St. Georgenhof, um nur Beispiele zu nennen kamen hinzu.A uch die Einführung des Weihnachtsbaumverkaufs in den Wochen vor Weih- nachten durch den Posaunenchor, hat dazu beigetragen, dass der Posaunenchor inzwischen zu einer festen Größe im Gemeindeleben in Auingen geworden ist. Im Jahre 1996 übergibt Gerhard Brändle die Chorleitung wieder an Ludwig Hess. Mit dem Wechsel der Chorleitung vollzog sich auch eine Änderung in der Organisation des Chores.
Gerhard Brändle 1980-1996
Ludwig Hess 1979-1980, 1996-heute
Bisher war es üblich, dass der Chorleiter nicht nur die musikalische Leitung, sondern auch organisatorische Funktionen zu erfüllen hatte. Um den Chorleiter von diesen vielfältigen Aufgaben zu entlasten, wurde ein 6-köpfiges Gremium gewählt und somit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt. Nachdem inzwischen innerhalb der Literatur für Posaunenchöre sehr moderne Liedsätze in Rock- und Swing-Arrangements Einzug gehalten haben, versucht Ludwig Hess diese für Posaunenchöre bis dahin unbekannten Rhythmen in seine Probenarbeit und ins Repertoire des Posaunenchors aufzunehmen. 1998 war Premiere der Serenade im Schulhof der Auinger Hardtschule – was mit großer Begeisterung von der Bevölkerung aufgenommen wurde, nachdem die Klänge des Posaunenchors inzwischen auch mit neuen Rhythmen bereichert wurden.
Eine Swing-Gruppe, die sich im 14-tägigen Rhythmus zum Blasen trifft und aus Mitgliedern des Posaunenchors besteht, wurde 1998 gegründet. Anlässlich des Wechsels ins Jahr 2000 findet am Silvesterabend 1999 erstmalig ein so genanntes Milleniums-Blasen statt, bei dem alle Posaunenchöre in Deutschland zur gleichen Zeit dieselben Lieder blasen. Diese als einmalig zum Jahreswechsel geplante Aktion, wurde inzwischen von vielen Chören, auch dem Posaunenchor Auingen, zur Tradition auserkoren und hat im Terminplan eines jeden Jahres einen festen Platz. Auch nach einigen schwierigen Zeiten im Laufe der 80 Jahre ist es nun um so erfreulicher, dass der Chor heute mit vielen Bläserinnen und Bläsern, viel Jungbläser-Nachwuchs und hohem musikalischem Niveau, zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. Aus dem Gemeindeleben ist der Posaunenchor nicht mehr wegzudenken. Außer der Gestaltung von Gottes- diensten, und dem Spielen bei Trauerfeiern auf dem Friedhof, sowie zu allen möglichen Anlässen und Festen, ist das Kurrende-Blasen am Ostermorgen ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens. Freude an der Musik und an „geselligem Beisammensein“ werden in Auingen groß geschrieben.
75-jähriges Jubiläum 1996
80-jähriges Jubiläum 2001